Droht uns eine Insolvenzwelle?

Bisher prognostizierten die Wirtschaftswissenschaftler mit Beginn der Corona Pandemie auch einen erheblichen Anstieg der Insolvenzen. Das wäre auch logisch gewesen…

Tatsächlich ist es anderes gekommen… Lt. Angaben der Statistiker ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in 2021 um ca. 15 % unter Vorjahr gesunken.

Erheblich regulierende Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld (KUG), Überbrückungsgelder und KfW- Kredite haben Ihre Wirkung auf die Wirtschaft nicht verfehlt.

Aber – das Ergebnis ist trügerisch. Unmengen von Unternehmen sind fusioniert, wurden verkauft oder stehen aktuell zum Verkauf, ohne die Statistik der Insolvenzen zu berühren. In keiner Dekade wurden so viele Mittelstandsunternehmen weiterveräußert, wie in 2021!

Wir geht es nun weiter mit Schwerpunktbranchen, die rein Umsatzseitig betrachtet, von Corona besonders betroffen sind?

Search& Train geht davon aus, dass uns eine erhebliche Welle an Insolvenzen bevorsteht. Schon allein, wenn Überbrückungsgelder wegfallen, ohne dass bereits die Käuferseite für Produkte oder Dienstleistungen wieder „am Start ist“.

Grundsätzlich bestätigt bereits heute (Stand Januar 2022) jeder 7. Mittelstandsunternehmer direkt von einer Insolvenz bedroht zu sein. Besonders betroffen sehen sich Einzelhändler und Dienstleister jedoch auch die Gastronomie und das Hotelgewerbe ist gefährdet,

Die Eingangs dargestellten Rückläufe an Insolvenzen betreffen das Gesamtjahr 2021. Wer jetzt das letzte Quartal 2021 analysiert, sieht bereits klar und deutlich den gegenläufigen Trend. Die Zahl der Geschäftsaufgaben steigt (unbemerkt) bereits ganz erheblich. Sicherlich konnten sich auch viele bislang etablierte Geschäftsmodelle nicht oder nur unzureichend, auf die Coronabedingten Herausforderungen in der Warenabgabe oder Dienstleistungserbringung einstellen oder diese fielen komplett weg, wie beispielsweise bei der Veranstaltungsbranche. Keine Konzerte, Messen, Kongresse, Aktionärsversammlungen, Branchenevents = null Umsatz.

Jetzt sind die kaufmännischen Leiter in den Unternehmen gefragt, nicht nur Löcher im Finanzhaushalt zu stopfen, sondern auch Kapital für echte Zukunftskonzepte zur Verfügung zu stellen. Mit der Strategie „Wir stopfen die Löcher und nach Corona wir schon alles wieder gut“, werden die Unternehmen wohl sicherlich nicht weiterkommen.

Dazu gehört natürlich Mut! Aber auch der kritische Blick zurück, wie sich Geschäftsmodelle in den letzten Jahren, vor Corona, tatsächlich entwickelt haben. Allein ein jährlicher Umsatzrückgang von 2 Prozent wirkt verschmerzbar. Über nur 10 Jahre betrachtet kumulieren sich die 2 Prozent zum Grab der Geschäftstätigkeit.

Halten Sie die Augen offen. Prüfen Sie selbstkritisch Ihre Liquiditätslage mit und ohne staatliche Beihilfen hinsichtlich zukünftig zu Erwartender Umsätze & Roherträge. Durch nunmehr endlich fortschreitende Digitalisierungsprozesse müssten bisherige Handlungsweisen in Werbung, Verkauf, Lagerhaltung und Warenabgabe oder Dienstleistungserbringung auf den Prüfstand gestellt werden.

Kommen Sie möglichst bereits zu Entscheidungen zu Veränderungen, wie wir Sie bereits seit Jahren, z.B. im Bereich Vertrieb vorschlagen.