Bewerbungsfehler I Top Ten

Search & Train ist seit über 15 Jahren im Bereich Recruiting, Mitarbeiterauswahlverfahren sowie Personalund Jobvermittlung tätig. Auf unseren Schreibtischen und Monitoren haben wir schon viele Bewerbungsfehler gesehen. Wir zeigen Ihnen, welche 10 Fehler Sie bei Ihren Bewerbungsbemühungen nicht machen sollten.

1.) Spam-Bewerbungen

Sie suchen aktiv nach einem neuen Arbeitsplatz? Leider spricht eine hohe Quantität im Bewerbungsprozess meist nicht für eine hohe Qualität! Ein mit „Sehr geehrte Damen und Herren…“ begonnenes Anschreiben signalisiert, dass Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, Ihren meist durch die Stellenausschreibungen namentlich bekannten Ansprechpartner:in persönlich zu adressieren. Für viele HR-Verantwortliche ist das
bereits der erste Grund, zur nächsten Bewerbung weiter zu blättern.

1.1) Spam Bewerbungen im C-Level

Sie sind an einer C-Level Position interessiert? Personalberatungen, bei denen Sie sich initiativ vorstellen, erwarten vorherigen persönlichen Kontakt. Werden Führungskräfte vermittelt? Welche Teamkolleg:in ist für Ihr Karrierelevel oder Ihre Branche zuständig? Ja, das macht Arbeit aber durch die direkte persönliche Ansprache beim richtigen Headhunter ersparen Sie es sich, direkt „abgelegt zu werden“. Uns erreichen pro Jahr über 500 Initiativbewerbungen aus dem Top Level Bereich. Leider können wir die meisten Bewerbungen nicht bei unseren Klienten vorstellen, weil die in den CV´s dargestellten Skills offensichtlich nicht mit dem eigenen Handeln übereinstimmen.

2.) Mailabsender | Footer

Meist erhalten wir Bewerbungen über unser Jobportal auf unserer Homepage oder direkt vom E-MailAccount der Bewerber:in. Denken Sie bitte einmal kritisch darüber nach, welches Bild Sie sich von Personen machen, die mit „zuckerschnute89@…. oder „brausepaul@…. adressieren. Wir empfehlen die Verwendung eines neutralen Mailaccounts und eines seriösen Mailfooters, welcher noch einmal Ihre Kontaktdaten aufnimmt. Ihre Bewerbermailadresse lässt sich in den gängigen Softwarelösungen für HR-Verantwortliche und Personalberatende am besten verwalten, wenn Sie einen namentlich gleichlautenden Account verwenden.

3.) Spuren im Web

So wie Sie sicherlich auch, informiert sich Ihre zukünftige Personalabteilung vorab, über Ihren Ruf in den sozialen Medien. Suchen Sie einfach mal selbst unter Ihrem Namen und nehmen die Spur auf! Häufig erfahren Sie keine Gründe, die zur Ablehnung oder Nichtberücksichtigung Ihrer Bewerbung führen. Ihr „Web-Image“ könnte aber ein Grund sein.

4.) Dateiformate | Datenmenge

Bei der Einreichung von Text- und Bilddateien verweisen bereits viele Unternehmen und Personalberatungen darauf, dass die eingesetzte Sicherheitssoftware meist kein MS Word Format einlesen kann. Sie werden darum geben, Ihre Dateianhänge im PDF-Format einzusenden. Leider kommen noch viel zu viele Bewerbungen dieser klaren Formforderung nicht nach, landen im Spam-Ordner oder werden gelöscht bzw. abgewiesen.
Informieren Sie sich vorab in der Stellenanzeige oder bei Initiativbewerbungen beim Personalverantwortlichen, welches Datenformat erwünscht ist. Prüfen Sie bitte auch Ihren Datensatz hinsichtlich der Datenmenge. Bei 3 MB sollte Schluss sein.

5.) Zu viel Content | Zu wenig Content

Ein ebenfalls häufiger Fehler ist die hohe Text- und Informationslastigkeit eingehender Bewerbungen. Halten Sie es für die Personalabteilung einfach! Das tun Sie nicht, wenn Sie Seite für Seite im Aufzählungsmodus jedes Detail Ihrer vorherigen Arbeitsstellen stilvoll beschreiben. Kurz und knackig ist hier eindeutig besser. Bei der geringen Zeit von ca. 10 Sekunden, in der ein Personalverantwortlicher über „Sein oder Nichtsein“entscheiden muss, bringen Sie es einfach auf den Punkt. Auch das Gegenteil – zu wenig Information – ist nicht zielführend. Eine Vita ohne jegliches Motivationsschreiben auf eine A4 Seite gequetscht, vermittelt keinen umfassenden Eindruck über Ihre Skills. Berufsanfänger:innen haben sicherlich weniger zu schreiben als Personengruppen mit 30 Jahren Berufserfahrung. Hier empfehlen wir ein Volumen von maximal 3-4 Seiten. Sofern nicht ausdrücklich gewünscht sollten Sie sich vor dem Absenden Ihrer Bewerbung erkundigen, ob die Beifügung bisheriger Arbeitszeugnisse, Qualifikationen & Abschlüsse in dieser Phase des Bewerbungsprozesses gewünscht ist. Wenn nicht, nehmen Sie diese Unterlagen zur Vervollständigung mit
zum Vorstellungstermin oder bieten die Übersendung nach einem ersten Telefonat an.

6.) Mangelnde Content-Übereinstimmung

Etwas peinlich kann es werden, wenn Sie in Ihrer Vita bei den Beginn- und Endterminen Ihrer vorherigen Anstellung etwas geschummelt haben. Viele Personalverantwortliche lassen sich im Nachgang von Vorstellungsterminen die Arbeitszeugnisse schicken und prüfen, ob die angegeben Daten übereinstimmen. Haben Sie Lücken im Lebenslauf stehen Sie besser offen dazu und erklären sich. Besser als darauf angesprochen zu werden und eine Zusammenarbeit kommt nicht zustande.

7.) Zielgehalt I Früheste Verfügbarkeit

Wenn Sie in Erfahrung gebracht haben oder es aus einer Stellenanzeige hervorgeht, dass die Angabe Ihres frühesten Eintrittstermins und die Nennung Ihres Zielgehalts Kriterien für die Bewerberauswahl sind, dann sollten Sie diesen Wünschen auch nachkommen. Sie ersparen sich selbst und dem ausschreibenden Unternehmen Rückfragen im Bewerberprozess oder peinliche Situationen im Gespräch. Je klarer und offener Sie mit dieser Situation umgehen, um so mehr Erfolg werden Sie haben.

8.) Mit Foto oder…?

Wir gehen davon aus, dass noch immer über 90 Prozent der HR-Verantwortlichen hohen Wert auf ein Foto der Bewerbenden legen. Präsentieren Sie sich also möglichst passend zu Stellung und Aufgabe sowie zum Personal Outfit, welches Sie beispielsweise in einigen Branchen auch in sozialen Netzwerken ergründen können. Schnappschüsse sind eher in kreativen Berufen gern gesehen. Ab einem bestimmten Führungslevel wird noch immer Wert auf eine konservative Ausstrahlung gelegt. Ihr Foto sollte möglichst aktuellen Datums sein. Es ist uns schon mehrfach passiert, dass wir Bewerber*innen zur Vorstellungsterminen visuell nicht erkannt haben. Am besten wenden Sie sich an einen Profi-Fotografen. Die Zeit der „Passbilder“ oben rechts auf die Bewerbung eingefügt, ist übrigens auch vorbei.

9.) Mangelnde Kontaktinformationen

Vermerken Sie sowohl in Ihrem E-Mail Footer als auch auf Ihrer Bewerbung klar und deutlich wie man Sie am besten telefonisch erreichen kann. Ein Abschlusshinweis auf Ihrem Anschreiben, wann und wie Sie bestenfalls erreichbar sind, erleichtert vom ersten Tag die Zusammenarbeit zwischen Ihrem neuen Arbeitgeber oder der Personalberatung. Auch Hinweise wann Sie nicht erreichbar sind, ersparen Zeit und sind letztlich, wenn Sie in die nächste Runde kommen wollen, somit zielführend.

10.) Rechtschreibung & Grammatik

Wenn Sie deutsche*r Muttersprachler:in sind, achten Sie bitte kritisch auf Fehler in der Rechtschreibung und Grammatik. Häufig versenden Bewerber:innen Ihre Unterlagen an unzählige Ausschreibende Unternehmen ohne zu bemerken, welche oft gravierenden Fehler in Ihren Bewerbungen verborgen sind. Tipp: Lassen Sie Ihre Bewerbung von einem vertrauten Menschen gegenlesen und nutzen Sie die
Rechtschreibprüfung.

Mehr Infos:
„Der Bewerbungsprozess von A – Z“